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Yoga Zürich | Philosophie - Spiritualität

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PHILOSOPHIE - RELIGION - SPIRITUALITÄT

Indische Philosophie


Die indische Philosophie ist nicht nur Welt- und Lebensdeutung, sondern immer zugleich Erlösungslehre. Ausgangspunkt waren die seit 1500 v. Chr. abgefassten Texte der Veda. Bereits in den seit 800 v. Chr. entstandenen Upanishaden klingen die Grundgedanken vom Allprinzip des Brahman an. Die Aufhebung des Karma, die der Einzelne durch die Praxis des Yoga erwirkt, führt zur Erlösung von den Leiden der Wiedergeburt.

Aus dieser gemeinsamen Grundlage sind die drei grossen metaphysischen Systeme der indischen Philosophie erwachsen: Samkhya, Buddhismus und Vedanta. Während das Samkhya die Verschiedenheit von Geist und Materie betont, wobei die Materie völlig abgewertet wird, verlegt der Buddhismus das Sein ins Unnennbare, demgegenüber ist die erfahrbare Welt sowohl in ihren geistigen wie materiellen Phänomenen nur leidvoll und vergänglich. Das Nirvana stellt einen Zustand der Befreiung von allen weltlichen Bindungen dar und ist daher die höchste Bewusstseinsform. Für den Vedanta ist die Seele mit Brahman identisch, in der Erkenntnis dieser Einheit liegt die Erlösung.

 

Buddhismus

In seiner ursprünglichen Form ist der Buddhismus mehr eine Denktradition oder Philosophie als eine Religion im westlichen Verständnis. Buddha selbst sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre eines Gottes.

Anders als in Judentum, Christentum, Hinduismus und Islam gibt es im Buddhismus keine Gottesvorstellungen. Weil man sich vom "Absoluten" keine Bilder machen kann, werden oft Begriffe wie "Leere" oder "weder diesseits noch jenseits" verwendet. Ziel des buddhistischen Weges ist das "Erlöschen des Ich-Wahns". Am Ende steht Nirvana – ein Zustand, für den es weder Raum noch Zeit gibt. Frömmigkeit spielt im buddhistischen Alltag eine wichtige Rolle. Achtsamkeit ist eine Grundlage des gut geführten Lebens. Wichtig sind auch Meditationsübungen und ein moralisch integres Verhalten.

Jede Handlung, aber auch jede Absicht erzeugt Karma. Als Karma werden die Folgen von Handlungen unterschiedlicher Art bezeichnet. Durch den so genannten Achtfachen Pfad kann das Leiden überwunden werden. Ein Ende des Kreislaufes der Wiedergeburten ist nur durch das Erlöschen von Begehren und Verblendung möglich. Das Erwachen befreit vom Rad der Wiedergeburten.

 

Hinduismus

Inmitten der vielen Religionen ist die Welt des Hinduismus etwas Einzigartiges: sie hat keinen Gründer; sie besitzt nicht ein offenbartes Religionsbuch und sie stellt kein Ritual auf, das befolgt werden muss. Sie fordert lediglich, dass der Einzelne transzendentale, wahrhaftige und illusionslose Erfahrungen in dieser Welt erfährt.

Während viele Religionen Postulate über das Dasein eines Gottes und seiner Weltordnung aufstellen und Sanktionen bei Nichtbefolgen dieser Postulate androhen, beginnt die Philosophie der Hindus mit der schlichten und realistischen Frage "Wer bin ich?"

Die Schriften sind lediglich Stützen, die einen möglichen Weg aufzeigen, um die Antwort auf die obige Frage zu finden. Es ist aber jedem Einzelnen überlassen diesen Weg zu beschreiten, da ja unendlich viele Wege zur Wahrheit führen. Man kann also den Berggipfel mittels verschiedener Wege (Religionen) erreichen. Diese tolerante Denkweise des Hinduismus findet sich im folgenden Bild wieder: das Dach eines Hauses kann mittels Treppen, Seilen oder auch Leitern erreicht werden.

 

Spiritualität

Spiritualität ist die durch seine konkreten Lebensbedingungen ausgeformte geistige Orientierung und Lebenspraxis eines Menschen. Jeder Mensch ist seiner Natur nach spirituell, sofern er Sinn und Wert sucht. Spiritualität ist weder eine eigentlich esoterische noch religiöse Praktik, sondern eine grundlegende Dimension des Menschseins.

Spiritualität verträgt sich nicht mit einem komplizierten Leben. Wenn wir an tausend Dinge denken müssen, tausend Dinge zu regeln haben, entgleitet uns zwangsläufig das Wesentliche. Sein Leben zu vereinfachen bedeutet vor allem, sich von unnötigem Ballast jeglicher Art zu befreien. Dazu gehören materielle Dinge, die wir nicht wirklich brauchen ebenso wie geistige Konzepte, die unsere Präsenz einschränken.

Beim spirituellen Pfad geht es nicht darum, sich etwas anzueignen, sondern etwas loszuwerden. Besonders im Westen verkomplizieren wir unseren Alltag künstlich, indem wir eine umfassende Sorgestruktur aufbauen, die uns keine Zeit zur Besinnung lässt. Unsere Jagd nach immer mehr materiellem Wachstum lässt den Minutenzeiger wie einen Sekundenzeiger ticken. Wem es nicht gelingt, sich davon zu befreien, kann zwar spirituell denken aber nicht leben.


 

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